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Beendigung der Kooperation mit dem Theater an der Parkaue

Mit Bestürzung haben wir durch Medienberichterstattung und öffentliche Statements die diskriminierenden Vorfälle und Zustände am Theater an der Parkaue zur Kenntnis genommen. Aufgrund der beschriebenen Diskriminierungshandlungen die die rassistischen und sexistischen Strukturen im Haus erkennbar werden lassen und dem offensichtlich mangelnden Willen zur Aufarbeitung und Prävention sehen wir aktuell keine Möglichkeit, eine Partnerschaft als Berlin Mondiale mit dem Theater an der Parkaue aufrecht zu erhalten und haben diese umgehend beendet.

Wir sehen in einer künftigen Zusammenarbeit mit dem Theater an der Parkaue weder die Umsetzung unserer Kriterien zur Zusammenarbeit gewährleistet noch können wir im Rahmen der gegebenen Struktur den Schutz der an einer ursprünglich für Herbst 2019 geplanten künstlerischen Kooperation beteiligten Kinder und Jugendlichen aus einer Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen sicherstellen.

Gerade im Kontext der Arbeit mit jungen Menschen, die mehrfach-Diskriminierungen ausgesetzt sind, sehen wir es als unsere Verantwortung, die kreativen Zusammenarbeiten in einem diskriminierungs-sensiblen Umfeld zu verorten sowie dazu beizutragen, ein solches herzustellen. Um den Erhalt des künstlerischen Programms mit den Jugendlichen und Kindern der Gemeinschaftsunterkunft zu gewährleisten, wird Berlin Mondiale eine neue Kooperationspartnerschaft mit einer geeigneten Partnerorganisation beschließen.

Über unsere eigene Verantwortlichkeit im Rahmen der künstlerischen Jugendarbeit hinaus, verstehen wir die Beendigung der Kooperation auch als Solidarisierung mit den von rassistischen und sexistischen Übergriffen betroffenen (ehemaligen) Kolleg*innen am Theater an der Parkaue.

Es liegt in der Verantwortung der Intendanz des Hauses, die nötigen Maßnahmen zur Gewährleistung eines sicheren, diskriminierungskritischen Arbeitsumfeldes konsequent umzusetzen. Eine Aufnahme und Implementierung der Anti-Rassismus-Klausel in den Verträgen des Hauses kann hierbei nur der Anfang einer umfassenden, strukturbezogenen Evaluation und Neustrukturierung sein.

 

Im Folgenden verlinken wir einige der aktuellen Medienberichte:

Rassismus und Sexismus am Theater an der Parkaue in Berlin
Offener Brief an Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa, Juni 2019

Rassismus am Theater: Keine Bühne für Rassismus
Von Katharina Schmidt, TAZ, 30. 06. 2019

Spiel und Ernsthaftigkeit am Theater
Von Johanna Treblin und Ulrike Wagener, Neues Deutschland, 01.07.2019

Rassismus im Theater: Von wegen divers
Von Rüdiger Schaper, Tagesspiegel, 02.07.2019

UPDATE:

Rassismusfall im Theater an der Parkaue – Was hilft eine Antirassismusklausel?
Simone Dede Ayivi in Fazit, Deutschlandfunk Kultur, 2.7.2019

Stellungnahme des Theaters an der Parkaue, 5.7.2019

Zu zögerlich, zu unentschlossen | Nach Rassismusvorwürfen gegen seinen Schauspieldirektor übt sich das staatliche Parkaue-Theater in Selbstkritik.
Von Anna Klöpper, TAZ, 7. 7. 2019

2019-07-15T23:28:27+01:0004/07/2019|
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