Das Konzept 2018-11-10T18:00:13+00:00

Berlin Mondiale initiiert, begleitet und qualifiziert generations- und spartenübergreifend künstlerische Zusammenarbeiten im Kontext Migration, Asyl und Exil. Künstlerisch interessierte Menschen oder Kunstschaffende, die eine Fluchtgeschichte haben und denen strukturell und institutionell Zugänge zu Ressourcen verschlossen werden, kooperieren hierbei mit engagierten Beteiligten aus diversen Berliner Einrichtungen.

Diese umfassen neu gegründete Migrant*innen-Selbstorganisationen, etablierte Kunst- und Kulturinstitutionen, Produktionsstätten der freien Szene, Unterkünfte für geflüchtete Menschen und Community-basierte Projekte. Als strukturbildendes Projekt unterstützt Berlin Mondiale damit die Entwicklung stadtweiter Netzwerke, in denen kreative Begegnungen stattfinden, Prozesse in Gang gesetzt und künstlerische Programme realisiert werden.

Dabei ist wichtig, dass die Zusammenarbeiten langfristig angelegt sind und ihren festen Platz in Häusern und in Strukturen finden: Wir möchten damit dazu beitragen, dass sich Menschen eigenmächtig Handlungsräume schaffen können, sich untereinander vernetzen und in zentrale Positionen bringen können.

Berlin Mondiale Projekte arbeiten sowohl interdisziplinär als auch in Sparten wie Bildende Kunst, Film, Literatur, Medien, Museum, Musik, Theater, Tanz und Performance. Im Fokus stehen Formate wie fortlaufende Workshops, Ferienwerkstätten, Exkursionen, Ausstellungen oder Redaktionen. Kunst wird hierbei jenseits einer Vorstellung von „Hochkultur“ als Möglichkeit begriffen, die für jede*n zugänglich sein muss.

Den im Netzwerk entstehenden künstlerischen Prozessen und Kooperationen legt Berlin Mondiale Qualitäts-Kriterien der Zusammenarbeit zugrunde. Diese regeln eine diversitäts- und bedürfnisorientierte Arbeit der Kooperationspartnerschaften, die die politischen Verhältnisse im Sinne der Teilnehmenden ernst nehmen. Die Grundlagen der Zusammenarbeit sind hier einsehbar.

Seit der Projektgründung sind bis Ende 2018 insgesamt 54 Kunst- und Kulturinitiativen und -Institutionen Teil des Berlin Mondiale Netzwerks geworden. Durch die mehrjährige und kontinuierliche Zusammenarbeit der Akteur*innen und Zusammenschlüsse im Rahmen von Berlin Mondiale haben richtungsweisende Entwicklungen stattgefunden: Zunehmend schließen sich ehemalige Tandems zu lokalen Netzwerken zusammen. Einzelpersonen und Gruppen teilen Räume,Erfahrungen und Expertise und stärken sich im Austausch untereinander. In den Institutionen übernehmen ehemalige Projektteilnehmende, häufig mit prekärem Aufenthaltsstatus, Positionen in der künstlerischen Arbeit. Zum Beispiel als Workshop-Leitung und -Assistenz, oder als pädagogische Begleitung.

Ihrem Selbstverständnis verpflichtet, trägt Berlin Mondiale dazu bei, eine diversitätsbezogene Öffnung der beteiligten Institutionen auf den Ebenen Personal, Publikum und Programm voranzubringen. In den Zusammenarbeiten aktiv sind deshalb immer auch die Leitungspersonen und/oder Entscheidungsträger*innen der Häuser, die dazu angehalten sind eine Öffnung der eigenen Institution aktiv zu fördern und zu ermöglichen. Insbesondere die großen Kulturhäuser im Netzwerk haben die Möglichkeit und den Auftrag, die gesamte Gesellschaft in den Blick zu nehmen und ihren Einfluss über den Projektrahmen hinaus wirken zu lassen.

Als übergreifendes Kompetenzzentrum bietet Berlin Mondiale prozessbegleitende Unterstützung, systematische und inhaltliche Beratung, Übersetzung, Supervision und Workshopangebote zu bestimmten Themen. Darüber hinaus werden die im Prozess gesammelten Ressourcen auf der Website zur Verfügung gestellt.

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