Projektphase 2014/15

Was willst Du werden?

Zum Auftakt des Projekts Berlin Mondiale fragte der Fotograf Jan von Holleben die jungen Hausbewohner vom Haus Leo „Wovon träumst du?“, in den Osterferien 2015 inszenierten die Kinder gemeinsam mit dem Fotografen neue Bilder zur Frage „Was willst Du werden?“

Bei einer öffentlichen Präsentation waren die Traumberufe der Kinder zu bestaunen, die aus Requisiten, Spielzeugen und den Fotografien der Kinder zusammen gesetzt sind. Vom Fußballspieler, dem Kapitän, der Wissenschaftlerin, der Eisverkäuferin, dem Boxer, Astronauten bis hin zur Ärztin und dem DJ: so gut wie alle Berufsgruppen sind vertreten.

Mein Garten ist Dein Garten

Geflüchtete aus Moabit und Mitarbeiter*innen des Haus der Kulturen der Welt (HKW) bauen einen urbanen Nutzgarten

Im Frühling 2015 legen geflüchtete Familien und HKW-Mitarbeiter*innen einen Nutzgarten an, so wird eine Brache zum sozialen Ort. Welches Saatgut angebaut wird, das entscheiden die Familien selbst – z.B. Gemüsesorten, die in ihren Herkunftsländern Syrien, Tschetschenien, Somalia, Irak und Afghanistan von Bedeutung sind. Aus einer ungenutzten Fläche entsteht so ein Garten für aktuelle und künftige Bewohner*innen und Nachbar*innen. Partner dieses Projektes sind die Prinzessinnengärten, die bereits 2011 bei „Über Lebenskunst“ mitwirkten und im HKW die Dachterrasse und den Ostgarten bestellen.

 

„Mein Haus ist Dein Haus“ – „mi casa es tu casa“ ist in lateinamerikanischen Ländern ein Ausdruck des „willkommen heißen“ und umschreibt eine gastfreundliche Geste, jemanden zu begrüßen, in seinem Haus zu empfangen und aufzunehmen.

Mit dieser Einladung öffnen das Haus der Kulturen der Welt (HKW) und Geflüchtete aus Moabit ihre Türen füreinander im Nachbarschaftskiez Moabit.

Das Umfeld zwischen Hauptbahnhof und Regierungsviertel – zwischen Unterkunft und HKW – ein ambivalenter Raum, wird genutzt, mit der Stadtgesellschaft in Dialog zu treten und gemeinsam neue Stadtkultur zu gestalten.

Als Auftakt  begegnen sich in den Herbstferien junge Geflüchtete und KünstlerInnen sowie MitarbeiterInnen, um mit der Schlüsselfrage „Wovon träumst Du“? eine (Traum)Landschaft von Empfindungen fotografisch zu entwerfen. Die verstreuten Geschichten der TeilnehmerInnen kreuzen und verzweigen sich, laufen ineinander und verorten sich neu.

In einem weiteren Projekt gehen die MitarbeiterInnen und die Geflüchteten filmisch der Frage nach: In welcher Zukunft wollen wir leben? und konzipieren gemeinsam Szenarien zukünftiger Stadt- oder Gesellschaftsräume.

 „Mein Haus ist Dein Haus“ verfolgt nicht den Ansatz Fehlhaltungen oder Mängel auszugleichen oder Maßnahmen zur Milderung von Missständen und Ungleichheiten zu ergreifen. Es ist mehr ein Versuch, mit den Mitteln der Kunst, TeilnehmerInnen und Publika zugleich, den gesellschaftlichen Wandel zu reflektieren, den Individuen in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts erfahren. Dabei werden künstlerische Formate entwickelt, die Bezüge zu Lebenswelten herstellen und Möglichkeiten der Selbstbeobachtung, aktiven Teilhabe und Identifikation bieten.