Ostercamp „Aliens“

Ostercamp: „Aliens“

„Aliens“ setzt die Arbeit des Performance-Duos bösediva mit Jugendlichen aus dem Jungen Deutschen Theater und jungen Geflüchteten fort, die 2014 während des Herbstcamps begann. Das Thema „Aliens“ sollte den Bogen von der Erfahrung des Fremd- oder Seltsamseins, die Jugendliche in allen Kontexten machen, bis zur Angst der Anderen vor dem, der anders ist, spannen. Darüber hinaus entsteht auch der Verweis auf das Befremdende der Kunstform Performance. Ziel des Projekts war, den Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren eine ästhetische und soziale Erfahrung des Andersseins zu ermöglichen, ohne dass die Fluchterfahrung des Großteils der TeilnehmerInnen dabei eine direkte Rolle spielen würde. Stattdessen sollte die gesamte Gruppe einen lustvollen Umgang mit Anderssein erproben. 

In der sechstägigen Werkstatt in den Osterferien 2015 stand das Verwandeln immer wieder im Vordergrund. Insgesamt sechzehn TeilnehmerInnen aus zwei Flüchtlingsunterkünften und aus dem Umfeld des Jungen Deutschen Theater probierten sich als Monster, Außerirdische und lebende Statuen aus. Über das „anders Aussehen“ hinaus erforschten sie seltsame, fremde und „unangebrachte“ Verhaltensweisen. Sie trainierten Konzentration und Durchhaltevermögen, um am Ende eine halb- bis dreiviertelstündige Präsentation ihrer selbst geschaffenen „Wesen“ zu performen.

Die Präsentation fand am letzten Tag des Feriencamps in der Unterkunft, mitten im Treppenhaus statt. Für eine größere Öffentlichkeit wurde sie eine knappe Woche später im Rahmen des Aktionstages „Meine Rechte – Deine Rechte – Ein Abend mit und für geflüchtete/n Menschen“ noch einmal in der Bar und im Foyer des Deutschen Theaters gezeigt. In der lebenden Ausstellung, die am Ende im Deutschen Theater und in der Flüchtlingsunterkunft gezeigt wurde, war nicht immer klar, wer hier eigentlich fremd ist – die ZuschauerInnen oder die PerformerInnen.

Fotos: Ole Schwarz

Leitung: bösediva
Dramaturgie/Theaterpädagogik: Kristina Stang
Filmdokumentation: Marijana Verhoef