ohrenhoch – Erstaufnahme Groß-Berliner Damm

Eine Zusammenarbeit von jungen Geflüchteten aus der Erstaufnahme des CJD Berlin am Groß-Berliner Damm mit ohrenhoch der Geräuschladen

 

Die Neuköllner Klangkunst-Galerie ‚ohrenhoch der Geräuschladen‘ kooperiert seit Ende 2015 mit der Erstaufnahmeeinrichtung in am Groß-Berliner Damm in Johannisthal. Seit Dezember treffen sich die ohrenhoch Kids, die schon länger im ‚ohrenhoch‘ arbeiten, regelmäßig mit Kindern aus dem Wohnheim zu gemeinsamen Workshops.

Statement von Knut Remond, künstlerischer Leiter der Workshops

Unbeeindruckt von schwadronierenden gemästeten Dummköpfen gedeihen im ‚ohrenhoch‘ Momente des Entzückens. Die ohrenhoch-Kids präsentieren zusammen mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen „Active Colorize“. Das sind u.a. satte, kolorierte Sound-Prozesse, Bilder und Diagramme – ein Füllhorn vollgepfropft mit unzähligen Teilstücken, die improvisiert und komponiert sind und in einer Klanginstallation von Menschen für Menschen präsentiert werden. (Präsentation am Festival ’48 Stunden Neukölln‘, 24.-26. Juni 2016)

 

Besuch bei einem Workshop im ‚ohrenhoch‘

von Tabitha Misgeld, Praktikantin der Berlin Mondiale, April 2016

Der ‚ohrenhoch‘- Geräuschladen in Neukölln arbeitet dreimal die Woche mit geflüchteten Kindern zusammen. An zwei Tagen geht es um künstlerische Prozesse und die Begegnung zwischen Berliner und neu-Berliner Kindern. Mittwochs allerdings ist nur eine kleine Gruppe aus der Notunterkunft in Schöneweide anwesend, um spezifisch auf deren Wünsche eingehen zu können. Zwei Jungs waren begeistert dabei, deutsche Wörter auf ein großes Plakat an der Wand zu schreiben von Geräuschen, die sie vorgespielt bekamen. Sie baten um das Buchstabieren der Wörter und malten Bilder, die sie mit den Geräuschen assoziierten, wobei manchmal untereinander über Zeichnungen gelacht wurde und ein kleiner, fröhlicher Wettstreit darüber ausbrach, wer beispielsweise das Tier am besten getroffen hatte. Knut Remond, Leiter der Klanggalerie, unterstütze, wo Hilfe benötigt wurde und stand im ständigen Austausch mit beiden, ohne Aufgaben vorzugeben. Als die Frage nach dem Klang von Wasser aufkam, holte er eine Schüssel mit Wasser und ein Mikrofon und einer der Jungen durfte darin plätschern und das Mikrofon daneben halten. Die Aufnahme konnte anschließen am Mischpult verändert werden. Die Atmosphäre insgesamt war beeindrucken ungezwungen.