Uferstudios – AWO Refugium Pankstraße

Eine Zusammenarbeit des AWO Refugiums Pankstraße mit den Uferstudios (Zentrum für zeitgenössischen Tanz).

 

Im September 2015 änderten die Uferstudios ihren Mondiale-Partner, da ganz in der Nähe der Uferstudios eine neue Unterkunft für Geflüchtete öffnete. Seitdem arbeiten die Uferstudios mit den Bewohner*innen des AWO Refugiums Pankstraße.

Es gibt drei Hauptstränge der Arbeit: die berlinweite Tanzparty, wöchentliche Workshops für Frauen und Kinder im AWO Refugium Pankstraße und ein Videoprojekt.

Die Tanzparty findet einmal im Quartal statt (zuletzt Vol 5, Mai 2016) und hat sich selbst schnell als nicht zu verpassendes Event mit etwa 250 Besucher*innen, darunter viele aus Berliner Unterkünften für Geflüchtete, etabliert. Das Event ist ein Ort für neu angekommene Künstler*innen, um ihre Arbeit zu präsentieren und für Alt- und Neuberliner*innen, um durch Tanz zusammenzukommen. Der syrische Sänger Abdulkader Ali ist ein fester Programmpunkt, auf den eine Aufführung von  Tanzkünstler*innen und den Kindern des AWO Refugiums Pankstraße folgt.

Juli Reinartz leitet ein Danceoke: die Partygänger*innen können sich Musikvideos wünschen, die an die Wand gebeamt werden. Später dann die Plug and Play Disco – die Gäste können ihre Handys am DJ Pult einpluggen und den Raum mit ihrer Lieblingsmusik rocken. Der Abend endet mit einem Open Mic für die Mutigen, die singen möchten. Frauen des AWO Refugiums Pankstraße sorgen mit dem Team der Uferstudios für das Catering. Künstler*innen, die in der Unterkunft leben, werden darin unterstützt, Zugang zu den Proberäumen der Uferstudios zu erhalten.

Das Projekt Diesjenseits der Panke ist gefördert von Chance Tanz (Kultur macht stark) und wird in Partnerschaft mit Förderband e. V. und HZT durchgeführt. Das Projekt bietet wöchentliche Workshops für Kinder und Jugendliche in der Unterkunft Pankstraße an. Zwei Tanzkünstlerinnen führen gemeinsam einen 9- wöchigen Block durch. Sie werden von einem Studenten/einer Studentin des HZT unterstützt. Tanzkünstler, die als Geflüchtete neu in Berlin ankommen, werden in das Projekt als Lehrer integriert. Die Tanzkünstler*innen-Teams werden von der künstlerischen Leiterin Jo Parkes und der Heilpädagogin Barbara Weidner, erfahren in der Fürsorge von Familien mit traumatischen Erfahrungen, begleitet.

Diesjenseits der Panke beinhaltet zudem ein Videoprojekt, in dem die Tanz-/Videokünstlerin Jo Parkes, die Kamerafrau Ute Freund, der syrische Künstler Mohamad Al Halabi und die Cutterin Christiane Schnebel regelmäßig mit Frauen und Kindern arbeiten, um eine Tanz-Dokumentation zu drehen. Die Themen sind durch Interviews und kreative Aufgaben entstanden. Der Film erforscht die Idee der Abwesenheit und das Selbstverständnis der Frauen. Jede Person, die an dem Projekt arbeitet, hinterlässt eine Spur von sich selbst – eine Tanzbewegung, die sie selbst erschaffen hat, eine Geschichte, ein Foto, eine Zeichnung. Die Kinder haben Einfälle und das Team stellt seine Fähigkeiten in den Dienst dieser Ideen: Die Kinder sind Forscher*innen, Künstler*innen und Regisseur*innen. Das Team reagiert auf die Ideen der Kinder mit ihren eigenen Interpretationen und Schritt für Schritt entsteht das Filmmaterial. Das Video feiert im November 2016 in den Uferstudios seine Premiere.

Einen Überblick über die Aktivitäten des vergangenen Jahres in der Kooperation mit dem Wohnheim Zeughofstraße in Kreuzberg finden Sie im Archiv.

Künstlerische Leitung

Jo Parkes (Choreografin)

Partner*innen

Junge Geflüchtete aus Wedding (AWO Refugium Pankstraße)
Barbara Friedrich (Geschäftsführung Uferstudios)
Silvia Cresti (Sozialarbeiterin)
Mitarbeiter*innen und Künstler*innen der Uferstudios
Studierende des Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz (HZT)

Seit der Eröffnung im Jahr 2010 bieten die Uferstudios Choreograf*innen, Tänzer*innen und anderen Künstler*innen mit 14 Studios, mehreren Büros und Künstlerateliers den Raum für professionelles und kreatives Arbeiten. Außergewöhnlich an den Uferstudios ist die synergetische Zusammenführung von künstlerischer Produktion, Ausbildung und Information. Hier begegnen sich ansässige Künstler*innen, Studierende und Dozent*innen.