Workshop #4 | Hast du eine Stimme?

Hast du eine Stimme?

Kinder nehmen den Raum laut in Besitz.

Eine Fotokamera auf einem Stativ steht im Aufenthaltsraum der Notunterkunft.

Eine Männerstimme ist im Flur zu hören.

Der Bildausschnitt fokussiert einen Teil des Bodens in einer Ecke direkt gegenüber der Eingangstür.

Aus der angrenzenden Küche dringen gedämpfte Küchengeräusche herüber.

Alltagsgegenstände liegen auf dem Boden: eine Jacke, ein Eimer, Gabeln, Zeitungspapier.

Ein kurzer fragender Blick … Tastengeräusche begleiten die schnell auf der Handytastatur tippenden Hände.

Eine Stunde später

Animierte Alltagsgegenstände von unterschiedlichsten Personen der Notunterkunft flimmern über den Bildschirm. Ein Frauenschuh, eine Jacke scheinen miteinander zu tanzen; darunter verschwindet ein Kinderspielzeug, taucht wieder auf und begegnet einem Bonbonpapier. Sie haben eine Stimme. Jeder Gegenstand hat eine Andere; eine andere Stimme, eine andere Tonlage, eine andere Lautstärke, eine andere Sprache.
Was wird gesagt, gesungen, erzählt, übersetzt, abgespielt, gedichtet und geflüstert?

Vielleicht findet sich die fehlende Antwort auf dem Weg durch die Stadt Berlin; auf dem Weg zum Ziel: dem Ausstellungsort „KW Institute for Contemporary Art“.

Oder stellt sich die Frage „Hast du eine Stimme?“ hier noch einmal?

Nur vor einem anderen Hintergrund?

Der Ausstellungsraum als Kulisse für einen Film mit Stimmen für mitgebrachte Gegenstände aus naher und weiter Ferne.

Selma Fener, Künstlerin
Suna Fener, Kunstvermittlerin

Im Rahmen des Projekts „Stimmen / Voices“ der KW Institute for Contemporary Art bieten Selma Fener (Künstlerin) und Suna Fener (Kunstlehrerin) einen Animationsworkshop für Geflüchtete an. Persönliche Alltagsgegenstände der Beteiligten werden durch die Stop-Motion-Animation zum Leben erweckt. Die Notunterkunft als räumlicher Ausgangspunkt, der Ausstellungsort KW als Gebäude mit Räumen unterschiedlichster „Natur“ und Funktion und der Weg zwischen diesen beiden Orten werden als ortsspezifische Filmkulisse thematisiert. Die persönlichen Alltagsgegenstände gehen auf eine Reise, die zu einer gemeinsamen Aneignung von Stadt-, Museums- und Gestaltungsraum führen kann.