Deutsches Architektur Zentrum DAZ – AWO Refugium Buch

how we live together.

Eine Aktions- und Veranstaltungsreihe des Deutschen Architektur Zentrum DAZ in Kooperation mit Katharina Rohde, Ingrid Sabatier und Stephan Schwarz (Kurator_innen) und Newcomer_innen* aus dem AWO Refugium Berlin-Buch

 

Im Rahmen des Projektes „Berlin Mondiale: Zusammenarbeit mit Geflüchteten in den Künsten“ haben die Architekt_innen Katharina Rohde, Ingrid Sabatier, Stephan Schwarz und das Deutsche Architektur Zentrum DAZ im Sommer 2015 die Aktions- und Veranstaltungsreihe how we live together. ins Leben gerufen.

In unterschiedlichen Formaten werden Begegnungen und Austausch zwischen von bei uns neu ankommenden Menschen mit städtischen Akteur_innen – Architekt_innen, Künstler_innen, urbanen Aktivist_innen, Planer_innen und vielen mehr – initiiert.

Für die erste Annäherung organisierte das Kuratorenteam regelmäßige Treffen mit Bewohner_innen der Container-Unterkunft AWO Refugium in Berlin-Buch. In informellen Gesprächen entwickelte sich ein gegenseitiges Vertrauen. Die jeweiligen Bedürfnisse der Bewohner_innen in Bezug auf ihre Wohn- und Lebenssituation sowie ihren Herausforderungen beim Ankommen in der neuen Stadt konnten identifiziert und benannt werden. Daran anknüpfend wurden erste konkrete Aktionen und Veranstaltungen entwickelt, aus denen das Format Stadterkundungen entstanden ist.

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Weitere Projekte entstehen in Kooperation mit unterschiedlichen Partnern:

Stammtisch / Jobbörse der Architektenkammer Berlin und mygrade

Auf Initiative der Architektenkammer Berlin ist ein Stammtisch ins Leben gerufen worden, der Neuankommenden, die in ihren Heimatländern bereits in der Bau- und Planungsbranche tätig waren oder sich bis kurz vor der Flucht noch in der Ausbildung befanden, mit lokalen Architekturschaffenden in den Kontakt bringt. Die Initiative mygrade organisiert darüber hinaus Jobbörsen für Akademiker_innen unterschiedlicher Berufssparten, so auch für die Bau- und Planungsbranche. how we live together. unterstützt beide Initiativen, stellt Räumlichkeiten im Deutschen Architektur Zentrum DAZ zur Verfügung und vernetzt – insbesondere mit Bewohner_innen in den Partnerunterkünften der Berlin Mondiale.

Atelierbesuch / Baustellenvisite

Dem Aufruf an Berliner Architekt_innen, die Organisation von Stadtspaziergängen zusammen mit hier Neuankommenden zu übernehmen, folgten initiativ Angebote einiger Berliner Architekturbüros, den neu ankommenden Menschen ihre Büros und Bauvorhaben vorzustellen. Diese Angebote sind insbesondere für Neuankommende aus der Branche relevant. Sie ermöglichen, den Kontext des Berufsfeldes in der neuen Heimat zu erschließen und Kontakte zu knüpfen, die im Idealfall Jobs oder Praktika ermöglichen.

 

how we live together. entwickelt sich sukzessive mit allen beteiligten Akteur_innen weiter, die im Prozess hinzukommen, bleiben oder auch wieder gehen. Aktionen und Veranstaltungen entstehen durch den gemeinsamen Austausch und den ermittelten Bedarf. Die Kurator_innen übernehmen die Rolle der Vernetzer_innen und bringen Menschen, Ideen, Konzepte und Möglichkeiten im Raum zusammen.

Für Fragen stehen wir sehr gerne zur Verfügung: howwelivetogether(at)daz.de

Team

Dr. cand. Katharina Rohde, Ingrid Sabatier und Stephan Schwarz (Kurator_innen)

Matthias Böttger, Luise Flade und Laura Holzberg (DAZ)

und Newcomer_innen sowie Mitarbeiter_innen aus der Gemeinschaftsunterkunft Berlin-Buch.

* Wir haben uns bewusst dafür entschieden, den Begriff des Newcomers für die Kooperation mit hier ankommenden Menschen zu nutzen. Newcomer ist eine Bezeichnung, die von diesen selbst vorgeschlagen wird und eine positive Besetzung assoziiert.

 

Als etablierte Kulturinstitution möchte das Deutsche Architektur Zentrum DAZ sich in Hinblick auf die aktuellen gesellschaftspolitischen Themen mit seinen zur Verfügung stehenden Mitteln einbringen.
Als Ort der Vermittlung und Debatte städtischer Themen bringt das DAZ Menschen zusammen, die sich für aktuelle Fragen der Architektur und der urbanen Gesellschaft interessieren. Im Rahmen von how we live together. möchte das DAZ zusammen mit den Kurator_innen bei uns neu ankommenden Menschen den Weg in die Stadt Berlin erleichtern und den Austausch sowie die persönliche und professionelle Vernetzung mit Berliner Akteur/Innen ermöglichen.
Zum DAZ-Team gehören: Matthias Böttger, der Künstlerische Leiter des DAZ, Luise Flade, Presse und Kommunikation, und Laura Holzberg, Projekte und Veranstaltungen.

Über die Kurator_innen
Katharina Rohde ist Architektin, Kuratorin, Social-Designerin und Urbanistin. In ihrer Arbeit untersucht sie räumliche, soziale und ökonomische Ungleichheit und visualisiert dabei immanente Potentiale und Strategien urbaner Akteur_innen in der Produktion ihres (Über-) Lebensraumes. Mittels interdisziplinärer Projekte initiiert sie partizipatorische Prozesse und dialogische Formate zwischen professionals und non-professionals als städtische Expert_innen mit dem Ziel, zukunftsfähige und sozialverträgliche urbane Visionen zu befähigen. Durch die Inszenierung von innovativen urbanen Möglichkeitsräumen, in denen Kommunikation und Verhandlungen stattfinden, werden neue, nachhaltige soziale Strukturen und die Manifestation einer Multiplizität von Stimmen möglich. Zum aktuellen Zeitpunkt ist Katharina Rohde Dr. cand. am Department of Architecture der KU Leuven in Belgien und forscht zu „Migrants and Refugees as urban actors“ in Europa und Afrika. website

Ingrid Sabatier und Stephan Schwarz sind Architekt_innen und gründeten 2008 ISSSresearch&architecture – ein Studio für Architektur, Stadtforschung und Urbanismus. Beeinflusst von der urbanen Praxis der Situationstischen Internationale und zeitgenössischer, kritischer Raumtheorie, beschäftigt sich die Forschung von ISSS mit Architektur, gegenwärtigen städtischen Dynamiken und der Rolle und Relevanz des Engagements von Stadtbewohner_innen in der Produktion ihrer urbanen Räume für eine nachhaltige urbane Zukunft. Aufbauend auf seine kontinuierliche Forschung entwickelt das Studio optimistische Konzepte für ganzheitliche und nachhaltige gestalterische Lösungen für räumliche, typologische und programmatische Fragestellungen auf allen Maßstabsebenen und sucht stets die Breite seines Aktionsfeldes zu erweitern. website

Das AWO Refugium Buch ist eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber_innen sowie Geflüchtete. In dieser sogenannten Folgeeinrichtung wohnen Menschen, die zuvor etwa drei Monate in einer Erstaufnahmeeinrichtung gelebt haben. Das AWO Refugium Buch wurde im April 2015 für eröffnet. Die Kapazität beträgt 480 Personen. Die Unterkunft ist vom Land Berlin in kurzer Zeit aus Containern errichtet worden und als temporäre Unterkunft konzipiert.