Berliner Festspiele / UdK Berlin – AWO Refugium Kaiserdamm

Eine Zusammenarbeit von jungen Geflüchteten aus dem AWO Refugium am Kaiserdamm mit den Berliner Festspielen und der Universität der Künste Berlin

FutureLeaks
Ein Mondiale-Projekt der Berliner Festspiele und der Universität der Künste

Never Waste a Crisis: Wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit, um die Zukunft zu gestalten, in der wir leben möchten! Regisseurin Anna de Carlo nimmt den mysteriösen Fund sogenannter FutureLeaks zum Anlass, um in Kooperation mit Studierenden der Universität der Künste und Bewohner*innen des AWO-Refugiums am Kaiserdamm eine gemeinsame Perspektive zu entwickeln und die Zukunft mithilfe der durchgesickerten Informationen zu verändern. Während des Theatertreffens (6.05. – 21.05.2017 in Berlin) heißen die FutureLeaks-Expert*innen alle Menschen der Jetztzeit herzlich willkommen zur Zukunftsreparatur im Mondiale-Zelt.

Von und mit: Ahmad Akidi, Mousa Alkam, Radwan Alsulaiman, Naim Alwattar, Ronald Berger, Ahmad Ebrahim, Saddam Gill, Yosri Hassanein, Caroline Heinrich, Zoya Anwer Mahfoud, Hadi Mohammed, Viola Piantek

Künstlerische Leitung: Anna de Carlo
Assistenz der Künstlerischen Leitung: Juliane Buttkus
Produktionsleitung: Kathrin Müller
Theaterpädagogik: Leonie Ahmer, Bri Schröder
Film und Übersetzung: Eva Stotz
Bühnenbild: Marcus Barros Cardoso
Visual Design: Magdalena Kovarik
Sound Effects: Sandro Schapals

Termine:
11. Mai 2017, 18 bis 21 Uhr
12. Mai 2017, 15.30 bis 19.30 Uhr
13. Mai 2017, 15.30 bis 19.30 Uhr
14. Mai 2017, 16 bis 20 Uhr

Ort: Mondiale-Zelt der Berliner Festspiele

Kooperation mit der Universität der Künste und der Berlin Mondiale. Wir danken der TU Berlin und der Wilmersdorfer Moschee für die Unterstützung.

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Kulturausflüge
Seit die Berliner Festspiele gemeinsam mit der Universität der Künste Berlin Partner der Berlin Mondiale sind, gab es im Herbst 2015 zunächst verschiedene Brainstorming-Treffen sowohl im AWO Refugium am Kaiserdamm als auch in der UdK. Es wurde die Idee entwickelt, gemeinsam mit Bewohner*innen “Kulturausflüge” zu Veranstaltungen der Berliner Festspiele zu unternehmen und damit einen Zugang zu hiesigen Kulturereignissen zu eröffnen. Der Wunsch, mit Kulturangeboten die Bewohner*innen zu Ausflügen in die Stadt zu ermutigen, war auch von Seite der Unterkunft  deutlich artikuliert worden. Bei einem Vorab-Termin in der Unterkunft geben Künstler*innen, Festivalleiter*innen oder Mitarbeiter*innen einen Einblick in das Programm – diese Termine sind von den Bewohner*innen bislang ausgesprochen gern angenommen worden. Folgende Termine fanden im ersten Halbjahr 2016 statt:

Nahaufnahme
Ein Konzert junger Musiker*innen des Bundeswettbewerbs Treffen junge Musik-Szene, erschien im Januar als Auftakt besonders geeignet, da unter den Bewohner*innen am Kaiserdamm viele Jugendliche und junge Erwachsene sind, so dass es eine Begegnung unter Gleichaltrigen war. Zwei Tage vor dem Konzert hatte der Musiker Simon Benjamin mit Gitarre und einigen Songs im Aufenthaltsraum der Unterkunft ein Teaser-Konzert gegeben, das begeisterten Anklang fand und direkte Anfragen nach Gitarrenunterricht zur Folge hatte.

MaerzMusik
Anfang März stellten Teammitglieder von MaerzMusik – Festival für Zeitfragen im AWO Refugium das Festival vor. Das Eröffnungskonzert, Marino Formentis “time to gather”, eine Art partizipativer Klavierabend ohne die bei Konzerten übliche “Wand” zwischen Künstler*in und Publikum, wurde von mehreren jungen Bewohner*innen besucht – einer von ihnen, Mohammed, bot, begleitet von Formenti, sogar eine eigene Gesangseinlage dar.

Morgenland
Beim Theatertreffen gab es eine Begegnung mit der Bürgerbühne aus Dresden, die in ihrem Stück “Morgenland” hiesige Vorstellungen vom Nahen Osten lustvoll von Neudresdner_innen demonstrieren lässt. Der mehrsprachige Abend, der auf den Biografien der Teilnehmenden beruhte, bot einen idealen Anknüpfungspunkt zum Teilen eigener Erfahrungen.

Frankfurt Babel
Beim Bundeswettbewerb Theatertreffen der Jugend setzt sich die Kooperation in einem gemeinsamen Workshop anlässlich der Aufführung “Frankfurt Babel” des Jungen Schauspiel Frankfurt fort.

Kooperation UdK Berlin

Die Kooperation mit der Universität der Künste Berlin hat sich als wertvoll erwiesen: Schon im Dezember hatten Studierende und Lehrende der Fakultät Bildende Kunst einen Linolschnitt-Workshop für Kinder in den Werkstätten der UdK Berlin angeboten. Durch regelmäßige Vernetzung mit der AG Migration, die die Universität der Künste eingerichtet hat, einem Austausch mit dem Weiterbildungsprogramm “Artist Training” des ebenfalls an der UdK ansässigen Berlin Career College und die Beteiligung der Studierendeninitiative “Common Ground” können immer wieder Synergien geschaffen werden.

So hat im Mai die “grund_schule der künste” der UdK im Rahmen ihres Willkommensklassen Projektes “K:T:B Raum für mich und meine Bilder” zusammen mit Mitarbeiter*innen der Berliner Festspiele ein Angebot für Kleinkinder und ihre Familien aus dem Refugium organisiert. Ein besonderer, von Olafur Eliasson gestaltete Raum mit der mehrsprachigen Bilderbuchsammlung in der UdK bot eine Begegnungsstätte für Jugendliche, Kleinkinder und ihre Eltern aus dem Refugium, Studierende der UdK und Mitarbeiter*innen der Berliner Festspiele. Aus der Bilderbuchwerkstatt stammen auch die Fotos auf dieser Seite.

Workshop Home Sweet Home

Ende Mai findet ein Workshop unter Leitung der britischen Künstlerinnen Abigail Conway und Lucy Hayhoe statt, bei dem gemeinsam mit den Bewohner*innen des AWO Refugiums daran gearbeitet wird, welche Vorstellungen wir für ein Zusammenleben entwickelt und welche Erfahrungen die Bewohner*innen in ihrer neuen Heimat gemacht haben. Dieser Workshop, den Studierende der Theaterpädagogik dokumentieren, dient als Vorbereitung für das Projekt “home sweet home”, in dem die beiden britischen Künstler*innen im September gemeinsam mit Geflüchteten, Anwohner*innen, Ehrenamtlichen und anderen Interessierten in einer Rauminstallation am Entwurf eines neuen Miteinanders tüfteln.

Leitung
Christina Tilmann (Koordination)
Nadin Deventer (Organisation)

Die Berliner Festspiele sind ein Kulturveranstalter mit einer besonderen Struktur – sie realisieren parallel sowohl Ausstellungen im Martin-Gropius-Bau als auch Aufführungen in ihren Festivals, Akademieprogramm und Gastspielreihen. Festivals wie MaerzMusik, Foreign Affairs, das Theatertreffen, Jazzfest Berlin und Musikfest Berlin sind genauso wie die großen Werkschauen im Martin-Gropius-Bau Kernbestandteile des Programms. Das künstlerische Programm wird begleitet von einem Diskurs-Programm sowie Vermittlungs- und Bildungsaktivitäten.
In ihren Vermittlungs- und Bildungsaktivitäten werden die Berliner Festspiele vom Grundsatz geleitet, dass Kinder und Jugendliche kreative und eigeninitiative Persönlichkeiten sind. Sie sollen nicht zur Kunst „hinaufgeführt“ werden, sondern dort gefördert und weiter gebildet werden, wo sie sich selbst forschend und suchend, experimentierend und schöpferisch verhalten. Wir versuchen mit ihrer Entwicklung Schritt zu halten und ihnen zugleich notwendige Impulse und Orientierungen zu geben, zum Beispiel in den vier Akademieformaten der deutschlandweiten Bundeswettbewerbe mit den Bereichen Theater, Tanz, Literatur und Musik für Jugendliche im Alter von 11 bis 21 Jahren als auch in einem reichen Workshop-Angebot im Martin-Gropius-Bau.